Regie
Milena Aboyan, Constantin Hatz
Darsteller
Lea van Acken, Luise Aschenbrenner, Bayan Layla, Valerie Tscheplanowa, Louis Nitsche, Meryem Polat, Bashar Kanan, Korkmaz Arslan, Zeynep Bozbay, Armin Wahedi, Moné Sharifi, Marie Mouroum, Shari Streich
An einer Lebensmittelausgabe kreuzen sich die Wege dreier Frauen. Laura ist seit Kurzem Freigängerin und sollte sich aus Konflikten heraushalten. Doch sie stellt sich schützend vor die Kurdin Evîn, die von einem Mann rassistisch beleidigt wird. Die Auseinandersetzung eskaliert, und Polizistin Julia kommt hinzu, um den Streit zu schlichten. Für einen kurzen Moment streifen sich die Schicksale der drei Frauen – ehe sie in getrennten Bahnen weitertreiben.
Der Film verbindet drei Lebenslinien zu einem gemeinsamen Panorama und erforscht, wie Gewalt ihre Form wechselt, wie sie sich tarnt und wie schwer es ist, ihr zu entkommen, wenn sie längst zur Umgebung geworden ist. Der Krieg verbindet Evîn, Laura und Julia miteinander. Er ist nah und fern zugleich, er waltet auch in der deutschen Großstadt, schweigend, ohne Gefecht. Da ist der gegenwärtige Krieg, in dem Evîn in einer kurdischen Fraueneinheit gekämpft hat und der nunmehr in Deutschland unsichtbar fortgesetzt wird. Da ist der vergangene Krieg als schwerer Seelenballast, der Laura von ihrer Mutter weitergegeben wurde. Und da ist der Krieg als Schlachtfeld innerhalb der Familie, auf dem Julia mit sich und für sich selbst kämpft.
Auf unterschiedliche Weise suchen die drei Frauen nach einer Sprache für etwas, das immer wieder zum Schweigen zwingt.