Inhalt
An einer Lebensmittelausgabe kreuzen sich die Wege dreier Frauen. Laura ist seit Kurzem Freigängerin und sollte sich aus Konflikten heraushalten. Aber als ein Mann die Kurdin Evîn rassistisch beleidigt, stellt sie sich schützend vor die Frau. Die Situation eskaliert und Polizistin Julia kommt dazu, um den Streit zu schlichten. Für einen kurzen Moment streifen sich die Schicksale der drei Frauen – ehe sie in getrennten Bahnen weitertreiben und in ihren eigenen Überlebenskampf zurückkehren.
Der Krieg, die zentrale Metapher des Films, verbindet Laura, Evîn und Julia sowohl äußerlich als auch innerlich miteinander. Er ist nah und fern zugleich, er waltet auch in der deutschen Großstadt, schweigend, ohne Gefecht – der Krieg als gegenwärtiges Szenario, in das man wieder zurückkehrt, der vergangene Krieg als schwerer Seelenballast, von dem man sich nicht entledigen kann, und der Krieg als Schlachtfeld innerhalb der Familie, auf dem der Mensch mit sich und für sich selbst kämpft.
Laura, Evîn und Julia befinden sich auf ihren eigenen Schlachtfeldern und versuchen, sich durch die Trümmer der Vergangenheit und Erfahrung fortzubewegen. Sie sind durch den deprimierenden Zustand ihrer Umgebung gezeichnet und wehren sich gegen Rollenzuschreibungen, lassen sich nicht unsichtbar machen und ermächtigen sich allen voran über ihr eigenes Leben. Alle drei eint die Stimme, die versucht, niemals leise zu sein.
In den Hauptrollen überzeugen Bayan Layla (ELAHA, HYGGE), Lea van Acken (DAS TAGEBUCH DER ANNE FRANK, DARK) und Luise Aschenbrenner (DIE HERRLICHKEIT DES LEBENS, FABIAN ODER DER GANG VOR DIE HUNDE).
FSK
ab 12
Regie
Milena Aboyan, Constantin Hatz
Darsteller
Lea van Acken, Luise Aschenbrenner, Bayan Layla, Valerie Tscheplanowa, Louis Nitsche
Laufzeit
ca. 108 Minuten